Hauskauf · Finanzierung 2026

Haus finanzieren: Welcher Kaufpreis passt wirklich zu Ihrem Budget?

Von Eigenkapital und Kaufnebenkosten bis zu Rate, Sanierung und laufenden Hauskosten: so planen Sie den Hauskauf belastbar.

Grundbuch Eigentum1,1 % grundsätzlich
Pfandrecht1,2 % grundsätzlich
FMA-Leitwert Rate≤ 40 %

Richt- und Beispielwerte ersetzen keine individuelle Kreditzusage.

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Kurzantwort: Wie viel Haus ist finanzierbar?

Der maximal sinnvolle Hauspreis ergibt sich aus Eigenmitteln + tragbarem Kredit - Kaufnebenkosten - notwendiger Reserve. Bei älteren Häusern gehört zusätzlich ein realistisches Sanierungsbudget in die Rechnung. Die reine Kreditrate ist nicht die gesamte Wohnbelastung: Energie, Versicherung, Instandhaltung und Grundstückskosten bleiben dauerhaft.

Haus finanzieren: zuerst den maximalen Gesamtpreis bestimmen

Bei der Suche nach einem Haus wird häufig vom Inseratspreis ausgegangen. Für die Finanzierung ist jedoch der Gesamtaufwand entscheidend. Neben dem Kaufpreis entstehen Kaufnebenkosten; nach der Übergabe können Sanierung, Einrichtung, Außenanlagen oder technische Investitionen folgen. Ein Haus, das scheinbar genau ins Budget passt, kann dadurch finanziell zu teuer werden.

Definieren Sie deshalb vor der Besichtigung drei Grenzen: den maximalen Kaufpreis, die maximale Gesamtsumme inklusive Nebenkosten und die nachhaltig tragbare Monatsrate. Diese drei Werte verhindern, dass die Finanzierung erst nach dem Wunschobjekt „passend gemacht“ wird.

Was kostet ein Hauskauf zusätzlich zum Kaufpreis?

In Österreich fällt beim entgeltlichen Erwerb typischerweise Grunderwerbsteuer an; oesterreich.gv.at nennt in der Regel 3,5 % vom Kaufpreis. Die Eintragung des Eigentumsrechts ins Grundbuch kostet grundsätzlich 1,1 % des Werts, eine Pfandrechtseintragung bei Kreditfinanzierung 1,2 % des Pfandrechtswerts. Dazu können Vertragserrichtung, Beglaubigung und Maklerprovision kommen.

Bei einem Einfamilienhaus sind darüber hinaus technische Prüfungen besonders sinnvoll. Dach, Heizung, Feuchtigkeit, Fenster, Elektrik und Kanal können nach dem Kauf hohe Kosten verursachen. Diese Posten sind keine klassischen Kaufnebenkosten, gehören aber wirtschaftlich zur Finanzierung.

→ Kaufnebenkosten detailliert berechnen

Eigenkapital beim Hauskauf

Mehr Eigenkapital senkt den Kreditbedarf und kann das Verhältnis zwischen Kredit und Objektwert verbessern. Die FMA nennt 90 % Beleihungsquote als Leitwert für solide Vergabe. Weil der bankinterne Sicherheitenwert vom Kaufpreis abweichen kann, lässt sich daraus keine pauschale Mindest-Eigenkapitalsumme für jedes Haus ableiten.

Reserve nicht vergessen

Ein Haus ist kein wartungsfreies Produkt. Halten Sie nach dem Kauf genügend Liquidität für Reparaturen und unvorhergesehene Ausgaben zurück, statt das gesamte Ersparte als Eigenmittel einzusetzen.

Kreditrate plus laufende Kosten eines Hauses

Die Kreditrate ist nur ein Teil der monatlichen Wohnbelastung. Je nach Objekt kommen Gemeindeabgaben, Versicherung, Energie, Wartung, Rauchfangkehrer, Garten, Zufahrt und Rücklagen hinzu. Bei älteren Häusern sollten die Rücklagen höher ausfallen als bei einem technisch neuen Gebäude.

Kredit30 Jahre / 3,5 % Beispiel
250.000 €ca. 1.123 €/Monat
350.000 €ca. 1.572 €/Monat
400.000 €ca. 1.796 €/Monat

Die FMA nennt eine Schuldendienstquote von maximal 40 % des Jahres-Nettoeinkommens als Leitwert. Für ein Haus sollte die persönliche Zielrate häufig darunter liegen, weil größere Einzelreparaturen vollständig vom Eigentümer getragen werden.

Älteres Haus finanzieren: Kauf und Sanierung gemeinsam denken

Bei Bestandsobjekten kann ein niedriger Kaufpreis täuschen, wenn in den ersten Jahren Dach, Fenster, Fassade, Heizung oder Elektrik erneuert werden müssen. Lassen Sie den Sanierungsbedarf möglichst vor Abschluss des Kaufvertrags einschätzen und bauen Sie notwendige Maßnahmen in die Gesamtfinanzierung ein.

Eine spätere Nachfinanzierung ist nicht automatisch verfügbar. Deshalb ist es meist besser, einen realistischen Sanierungsbetrag früh mitzudenken als das gesamte Kreditlimit für den Kaufpreis auszuschöpfen.

So gehen Sie beim Hauskauf vor

  1. Haushaltsbudget und Zielrate festlegen.
  2. Eigenkapital und Reserve trennen.
  3. Gesamtbudget inklusive Nebenkosten bestimmen.
  4. Bei konkretem Haus Zustand und Sanierungsbedarf prüfen.
  5. Finanzierungsvarianten auf Basis realer Objektunterlagen vergleichen.
  6. Kaufanbot und Finanzierung zeitlich sauber abstimmen.
  7. Nach Kreditzusage Sicherheiten, Treuhand und Auszahlung abwickeln.
Kaufanbot ist kein unverbindlicher Reservierungszettel. Rechtliche Bindung, Finanzierungsvorbehalt und Rücktrittsmöglichkeiten sollten vor Unterzeichnung geklärt werden.

Beispiel: Vom Haushaltsbudget zum maximalen Hauspreis

Angenommen, ein Haushalt möchte dauerhaft höchstens 1.700 € Kreditrate tragen. Bei 3,5 % Beispielzins und 30 Jahren entspricht das grob einem Kredit von rund 379.000 €. Verfügt der Haushalt über 120.000 € Eigenmittel, sollten davon aber nicht automatisch 120.000 € in den Kaufpreis fließen: Nebenkosten und eine Liquiditätsreserve müssen ebenfalls finanziert werden.

BausteinBeispiel
Verfügbare Eigenmittel120.000 €
davon geplante Reserve20.000 €
einsetzbare Eigenmittel100.000 €
möglicher Kredit (Beispiel)ca. 379.000 €
Budget vor Kaufnebenkostenca. 479.000 €

Der tatsächliche maximal sinnvolle Kaufpreis liegt darunter, weil Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Vertrag, gegebenenfalls Makler und Pfandrecht berücksichtigt werden müssen. Genau deshalb sollte die Immobiliensuche nicht mit „Kredit + Erspartes = Kaufpreis“ beginnen.

Bei Bestandsimmobilien: Finanzierung und Sanierung gemeinsam prüfen

Ein günstigerer Kaufpreis kann durch Dach, Fenster, Heizung, Elektrik oder Feuchtigkeit schnell relativiert werden. Lassen Sie nötige Arbeiten vor der endgültigen Kreditentscheidung priorisieren: sofort erforderlich, mittelfristig sinnvoll oder rein kosmetisch. Nur die ersten beiden Kategorien gehören in einen konservativen Finanzierungsplan.

Häufige Fragen

Eine starre Quote gilt seit dem Ende der KIM-V nicht für jeden Fall. Die FMA nennt 90 Prozent Beleihungsquote als Leitwert. Zusätzlich sollten Kaufnebenkosten und eine Reserve berücksichtigt werden.
Typisch sind Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Vertragserrichtung und Beglaubigung, gegebenenfalls Maklerprovision und bei Kreditfinanzierung Kosten rund um das Pfandrecht.
Sie hängen stark von Größe, Zustand und Technik ab. Für die Finanzierungsplanung sollten Energie, Versicherung, Gemeindeabgaben, Wartung und eine eigene Instandhaltungsrücklage berücksichtigt werden.
Nicht zwingend. Wenn hoher Sanierungsbedarf besteht, muss er aber in Kaufpreis, Objektbewertung und Gesamtfinanzierung einbezogen werden.
Eine möglichst weit geklärte Finanzierung reduziert das Risiko, sich vertraglich zu binden, ohne den Kaufpreis finanzieren zu können. Bei Kaufanboten sollten Bedingungen und Rücktrittsmöglichkeiten rechtlich geprüft werden.

Quellen und Aktualisierung

Zuletzt fachlich aktualisiert am 14. August 2026. Regulatorische und statistische Angaben basieren vorrangig auf österreichischen Primärquellen.

Hinweis: Allgemeine Information, keine individuelle Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung. Konditionen, Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen können sich ändern.

Für die nächste Entscheidung

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